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Das sind wir

Das sind wir

Unzweifelhaft nehmen die Schützen unter allen Vereinen am Niederrhein eine Sonderstellung ein. Die Schützenfeste sind wie früher immer noch die Festpunkte im Jahresablauf von Dorf und Stadt. Stets haftet den Festtagen und ihrem Getriebe der Glanz des Wohlgeordneten, Sauberen und Persönlichen an, dem auch der Fremde Vertrauen schenkt. Ausgelassenheit wird von den Schützen nicht geduldet – und so muss es schon vor Jahrhunderten zugegangen sein. Es braucht darum sich niemand darüber zu wundern, dass ein Kaplan im Jahre 1911 die Festschrift zum 450jährigen Bestehen des Dinslakener Schützenvereins schrieb.

Als die Städte im Mittelalter erstarkten, mussten die Bürger auf die Wahrung ihrer Rechte und Freiheiten bedacht sein. In Dinslaken machte ihnen der Landesherr die Verteidigung der Stadt sogar zur Bedingung. Aus diesen damals lebensnotwendigen Erwägungen heraus wurden Schützengilden ins Leben gerufen, sogenannte Schüttereien. Ihre Mitglieder rekrutierten sich aus allen Zünften.

Ihr besonderes Ansehen erwarben die Schützen dann vor allem durch eine strenge Ordnung, nach dem Vorbild kirchlicher Bruderschaften. Wie jede Zunft besaß auch die Schützenbruderschaft einen besonderen Schutzheiligen – mit Wappen, Fahne, einem Altar in der Kirche, manchmal sogar einer eigenen Vikarie mit besonderem Gottesdienst am Festtag des Schutzheiligen.

Wohl organisiert war auch die verwaltungsmäßige Arbeit der Schützengilde: die Führung der Chronik, das Rechnungswesen, Ausstellung von Urkunden, Beschaffung und Erhaltung von Waffen, Wachaufteilung und Ausbildungswesen

Der Ursprung : Die Sebastianus – Gilde in Hiesfeld

Durch einen glücklichen Zufall blieb uns eine aufschlussreiche Urkunde erhalten. Sie befindet sich als Original im Stadtarchiv Düsseldorf, in einer Kopie im Stadtarchiv Dinslaken. Wir verdanken sie dem Eifer Friedrich Wilhelms I., der von allen Gilden und Zünften der Stadt Dinslaken und ihrer Umgebung ein Verzeichnis anforderte. Der damalige Landrichter L.H. Kumpsthoff war sich zwar bewusst, dass die „Sebastianus-Gilde zu Hiesfeld “ nicht hierher passte, da sie doch eine ,,Schütterey“ (Schützengesellschaft) und keine Handwerkergilde darstellte. Da aber auch die Vermögensverhältnisse interessierten, reichte er trotzdem die Statuten nach Berlin ein.

Aus dem Vorwort der Statuten ist nicht klar zu entnehmen, wann die Gilde gegründet wurde. Vielleicht bekam sie den Gildenbrief durch den vorigen Herzog, nämlich den Vater Friedrich Wilhelms, König Friedrich I. Der Ursprung der Hiesfelder Schützen kann viel weiter zurückliegen, wie das bei anderen Gilden und in anderen Orten häufig nachgewiesen wurde, zumal auch die Pfarre Hiesfeld älter ist als die Dinslakener.

Interessant dürfte es sein, dass von einem Einsatz der Schützengilde im 30-jährigen Krieg keine Rede ist. Vielmehr haben die Schützen jahrelang nicht mehr geübt. Die Zeiten für Wehr- und Verteidigungsaufgaben waren längst vorbei.

Wenn auch die alte Armbrust gegen bequemere Feuerwaffen vertauscht wurde, darf man weder für die Berichtszeit noch für den 30-jährigen Krieg an eine kriegsmäßige Verwendung der Gilde denken. Um so farbenfreudiger war das Auftreten der Schütterey zu Repräsentationszwecken, bei kirchlichen Feiern, zur Huldigung anlässlich des Besuchs des Monarchen.

Und auch damals war der Höhepunkt bereits das Schützenfest. Beliebt war die Einrichtung von Strafen in Gestalt einiger Fass Bier. Aber es gab auch sonst Merkwürdiges genug in den Statuten zu lesen und zu vergleichen mit den heutigen Zuständen.

Die ursprünglichen Satzungen ältester Zeit sind die vorliegenden auf keinen Fall. Sie regten den Hiesfelder Bürgerschützenverein zu verstärkter Rückschau in die Vergangenheit an. Einem Schreiben des Landrichters L.H. Kumpsthoff waren als Anlage die Bedingungen für die Schützengilde Hiesfeld beigefügt. Aus ihr ging hervor, dass die Herzöge von Cleve im Jahre 1654, also kurz nach dem 30-jährigen Krieg, die Bedingungen für das weitere Bestehen der Schützengilde Sebastianus in Hiesfeld festgelegt haben.

Unser Verein heute

Während man in den Annalen des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz viel über die Schützengesellschaften im 17. und 18. Jahrhundert lesen kann und auch vieles über die Dinslakener Schützenvereine vom Gründungsjahr an interessanten Tatsachen bekannt ist, weiß man über den Hiesfelder Schützenverein so gut wie garnichts. Es wird vermutet, dass die Schützenbücher sowie das älteste Silber verloren gingen.

Es dauerte etwa 200 Jahre nach der amtlichen Erhebung von 1718 durch den preußischen König bis Hiesfelder Schützen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Traditionen der Schützengilde wieder aufleben lassen wollten.

Wie Fotografien aus dem frühen 20. Jahrhundert belegen war z.B. das Schützenfest ein gesellschaftlicher Höhepunkt Hiesfelds. Hiesfeld war zu diesem Zeitpunkt die größte preußische Landgemeinde. Auf Betreiben der Großindustrie wurde Hiesfeld zu Dinslaken und der südliche Teil zu Oberhausen zugeschlagen.

Die Wirren der beiden Weltkriege gingen auch an den Hiesfelder Schützen nicht spurlos vorüber. So dauerte es bis 1920, ehe ein neues Kapitel der Hiesfelder Vereinsgeschichte aufgeschlagen wurde. Am 27. September 1920 wurde der erste Eintrag in das Vereinsregister der Stadt Dinslaken unter dem Namen Bürger-Schützen-Verein Dinslaken-Hiesfeld vorgenommen.

Im Jahre 1943 erfolgte eine Umbenennung in BSV Hiesfeld-Dorf. Auch nach dem zweiten Weltkrieg vergingen fünf Jahre bis die althergebrachten Traditionen wieder aufleben konnten.

Den heutigen Namen Bürger-Schützen-Verein Hiesfeld 1654 e.V. trägt der Verein seit dem Jahre 1989.

Wichtige Eintragungen in das Vereinsregister ab dem Jahre 1920

23.Februar 2018Karl Zimmermann wird 1. Vorsitzender
22. Februar 2012Dieter Petrak wird 1. Vorsitzender
11.März 2008Günter Kohaupt wird 1. Vorsitzender
17. Februar 2006Satzungsänderung – Generelle Änderung
8. Februar 2002Kurt Schneider wird 1. Vorsitzender
19. Februar 1989Satzungsergänzung – Namensänderung in Bürger-Schützen-Verein Hiesfeld 1654 e.V.
31. Januar 1988Heinz Velvendick wird 1. Vorsitzender
3. Dezember 1978Werner Lindemans wird 1. Vorsitzender – Satzungsänderung (Jugendordnung)
12. Februar 1967Hermann Dörnemann wird 1. Vorsitzender
12. Dezember 1965Ernst Hönneke wird 1. Vorsitzender
29. Januar 1961Heinrich Velvendick wird 1. Vorsitzender
1952Hermann Dörnemann wird 1. Vorsitzender
18. Juli 1951Hermann Dörnemann übernimmt kommissarischen Vorsitz
10. Juli 1950Peter Grafen wird 1. Vorsitzender – Verabschiedung einer neuen Satzung
27. Februar 1943Namensänderung in BSV Hiesfeld-Dorf
1938Hermann Dörnemann wird 1. Vorsitzender
10. Januar 1937Anschluss an den Deutschen Schützenbund
6. Februar 1921Wilhelm Tack wird 1. Vorsitzender
27. September 19201. Eintragung in das Vereinsregister als Bürger-Schützen-Verein Dinslaken-Hiesfeld

Königswürde

Wie ausführlich in den Gründungsstatuten der Sebastianus – Gilde in den Punkten zwei bis sechs niedergelegt wurde, kommt dem jährlich neu erkorenen König eine besondere Bedeutung zu.
Er soll von der Steuerlast befreit werden und die Silberkette der Schützengilde wird ihm anvertraut. Die Gilde nimmt ihm zu Ehren nach altem Brauch am Kirchgang teil.
Allerdings wurde ihm nach dem Kirchenbesuch mit seinen Gildenbrüdern auferlegt, zwei Fässer Bier zu stiften.

Nachweislich werden die Schützenkönige seit 1654 durch das Schießen auf den Vogel ermittelt. Leider sind die Namen der Könige erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt.

Königspaare des BSV Hiesfeld 1654 e.V.

2025-2026Martina Simon-Schobert und Hans-Werner Simon (Prinzgemahl)
2024-2025Anika-Christin Edlinger mit Sascha Wahren
2023-2024Hans-Werner Simon mit Martina Simon-Schobert
2022Wolfgang Regorz (Tageskönig)
2019-2022König Hans-Werner Simon und Martina Schobert
2018-2019König Dieter und Britta Petrak
2017Tageskönig Dieter Petrak
2016Tageskönig Udo Niklas
2015 – 2016Udo und Silke Niklas
2014 – 2015Helmut Döhring und Christiane Franke-Döhring
2013 – 2014Marita Bittger und Dieter Petrak
2012 – 2013Heike Thünemann und Steffen Kinner
2011 – 2012Anita Kucklick und Klaus Henke
2010 – 2011Rainer Mahl und Christiane Franke-Döhring      
2009 – 2010Benno Thünemann und Heike Thünemann        
2008 – 2009Georg Spöler und Silvia Spöler
2007 – 2008Claudia Slechta und Rainer Mahl
2006 – 2007Helmut Galle und Gabriele Laux
2005 – 2006Steffen Kinner und Silvia Spöler
2004 – 2005Dieter Petrak und Britta Petrak
2003 – 2004Helmut Döhring und Christiane Franke-Döhring                    
2002 – 2003Horst Rissel und Erika Lindemans
2001 – 2002Bernd Brüggemann und Claudia Schröder
2000 – 2001Werner Lindemans und Inge Rissel
1999 – 2000Uwe Laux und Ursula Regorz
1998 – 1999Helmut Galle und Corry Houy
1997 – 1998Günter Kohaupt und Edith Nuske
1996 – 1997Franz Rabiega und Anita Rabiega
1995 – 1996Klaus Kortmann und Angelika Lempio
1994 – 1995Kurt Schneider und Erika Saemann
1993 – 1994Heinz Velvendick und Erika van Meerbeck
1992 – 1993Helmut Galle und Ursula Saß
1991 – 1992Manfred Saemann und Beate Hellmann
1990 – 1991Hans Lindemans und Gisela Schipp
1989 – 1990Ewald Schlabes und Heidi Guttzeit
1988 – 1989Günter Kohaupt und Ursula Schneider
1987 – 1988Klaus Henke und Corry Houy
1986 – 1987Wolfgang van Meerbeck und Bärbel Velvendick
1985 – 1986Eduard Müller und Heidi Kohaupt
1984 – 1985Horst Strack und Annemie Lembke
1983 – 1984Hans Lindemans und Ursula Löffler
1982 – 1983Werner Krüger und Irmgard Lindemans
1981 – 1982Heinz Piechula und Erika Saemann
1980 – 1981Klaus Henke und Brigitte Thünemann
1979 – 1980Günter Kohaupt und Edith Nuske
1978 – 1979Werner Lindemans und Bärbel Velvendick
1977 – 1978Hans Lembke und Inge Würzler
1976 – 1977Fred Dörnemann und Frau Jung
1975 – 1976Günter Heim und Monika Ringelberg
1974 – 1975Heinrich Mühmert und Inge Rissel
1973 – 1974Peter Lorenz und Wilma Hemmert
1971 – 1973Alfred Hudasch und Marianne Ringelberg
1970 – 1971Kurt Schmidt und Renate Würzler
1968 – 1969Hans Rose und Klara Kleindick
1966 – 1968 Willi Oberländer und Else Lacks
1964 – 1966Hans Lindemans und Gisela Schipp
1963 – 1964Günter Lindemans und Elfriede Kinner
1962 – 1963Heinrich Stratmann und Trude Hönnecke
1961 – 1962Josef Stratmann und und Elfriede Keller
1960 – 1961Willi Lacks und Friedchen Eickhoff
1959 – 1960Werner Stratmann und Christel Velvendick
1958 – 1959Ernst Hönnecke und D. Bittner
1956 – 1958Manfred Würzler und Ute Sauer
1955 – 1956Fritz Freikamp und Helene Ortmann
1954 – 1955Fritz Bünte und Else Peters
1953 – 1954Hermann Hülsemann und Käthe Berger
1952 – 1953Willi Jung und Grete Bünte
1951 – 1952Emil Niemann und Hanni Haferkamp
1939 – 1950Friedhelm Wilmschen und Tine Häsel
1937 – 1939Bernhard Horstmann
1935 – 1937Arnold Steinhoff
1933 – 1935Emil Stahl und Elfriede Hansen
1928 – 1933Walter Eickhoff und Elisabeth Hermes
1926 – 1927Arnold Heintges
1924 – 1926Fritz Benninghoff und Frau Herbert Glier
1922 – 1923Dietz Neuhaus
1921 – 1922Hermann Dörnemann und Mine Hofmann
1920 – 1921Johann Kastenholz
1913 – 1920Fritz Freikamp
1911 – 1913Julius Hülser
1909 – 1911Willy Eske
1907 – 1909Gerhard Haferkamp
1906 – 1907Heinrich Feldkamp
1904 – 1905Fritz Lehmkuhl